Folgen der U-Haft



Rechtsanwalt Dr. Böttner - Fachanwalt für Strafrecht in Hamburg
Strafverteidigung bei U-Haft

Als Betroffener einer Untersuchungshaft werden Sie meist überraschend aus Ihrem bisherigen Leben herausgerissen. Neben dem Verlust der Freiheit und der stigmatisierenden Wirkung der U-Haft droht auch der Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung. Je nach Dauer der Untersuchungshaft stellt sich daher die Frage, ob Sie z.B. Ihren Wohnsitz ummelden müssen.

Ist die Untersuchungshaft ein Kündigungsgrund für den Arbeitgeber?

Die Inhaftierung eines Arbeitnehmers wird oft zum Anlass genommen dem Mitarbeiter fristlos oder hilfsweise ordentlich zu kündigen. Jedoch ist dies nicht in allen Fällen rechtmäßig. Denn der Gedanke der Resozialisierung steht im Vordergrund. Dem Arbeitgeber ist es in vielen Fällen zuzumuten, den Ablauf der Untersuchungshaft abzuwarten. Die Möglichkeit einer Kündigung bzw. Entlassung besteht nur, wenn der Arbeitnehmer für eine erhebliche Zeit seiner Arbeit nicht nachkommen kann. Nur eine Haftdauer von mehr als sechs Monaten oder konkrete Betriebsstörungen können einen Kündigungsgrund eröffnen. Bevor gekündigt werden darf, muss immer die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden. In Fällen einer vorschnellen Kündigung durch den Arbeitgeber arbeiten wir mit einem guten Fachanwalt für Arbeitsrecht in Hamburg zusammen, der als erfahrener Rechtsanwalt seit Jahren ausschließlich auf Arbeitnehmerarbeitsrecht spezialisiert ist.

Sollten Sie Ihren Mietvertrag bei einer Untersuchungshaft kündigen?

Ob sich die Kündigung des Mietvertrages für Sie lohnt hängt stark vom Einzelfall ab und ist nicht pauschal zu beantworten. Dabei ist die voraussichtliche Dauer der U-Haft entscheidend. Besteht die Möglichkeit einer Haftverschonung bzw. Außervollzugsetzung des Haftbefehls wird von einer vorschnellen Kündigung abzuraten sein. Im Gegenteil kann ein fester Wohnsitz für die Aussetzung der U-Haft entscheidend sein. Dieser wird als Indiz gegen das Vorliegen einer Fluchtgefahr angesehen.

Welche Rechte habe ich wegen der Folgen einer zu Unrecht erlittenen U-Haft?

Stellt sich im Ermittlungsverfahren heraus, dass Sie zu Unrecht in Untersuchungshaft genommen worden sind, z.B. weil der Haftbefehl rechtswidrig war, haben Sie für die dadurch erlittenen Schäden Schadensersatzansprüche (Entschädigung). Die Untersuchungshaft ist ein so stark einschneidendes und belastendes Erlebnis, dass die Betroffenen selbst nach der Freilassung noch lange mit den Folgen zu kämpfen haben. Für solche Fälle besteht die Möglichkeit, sich von spezialisierten Fachkräften psychologisch betreuen zu lassen.