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Verhinderung des Haftbefehls



Rechtsanwalt Dr. Böttner - Fachanwalt für Strafrecht in Hamburg
Strafverteidigung bei U-Haft

Hat die Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl beantragt, hat der Haftrichter einen weiten Beurteilungsspielraum hinsichtlich der Frage, ob er dem Antrag statt gibt oder nicht. Dementsprechend ist der Erlaß eines Haftbefehls auch stark vom eigenen Verhalten abhängig. Bereits in den ersten Befragungen kann durch angemessene Kooperation die Weiche für das Vermeiden einer Untersuchungshaft oder der Einstellung der Ermittlungen gelegt werden.

Ausnahmsweise kann in einer solchen Situation die eine Aussage als Zeichen der Mitwirkung förderlich sein. Allerdings sollte jede Aussage genau überlegt sein. Sie kann zwar die Untersuchungshaft verhindern aber gleichzeitig auch den entscheidenden Beweis zur Verurteilung liefern. Deshalb sollte eine Einlassung zur Sache immer im Voraus mit einem Anwalt besprochen werden. Bestenfalls sollten Sie die Aussage in Anwesenheit Ihres Strafverteidiger tätigen oder schriftlich in Absprache mit diesem verfassen. Häufig ist es aber trotz der schwierigen Situation am besten zu schweigen und den Haftbefehl mit der Haftbeschwerde anzugreifen.

Kann eine Selbstanzeige eine Untersuchungshaft verhindern?

Die Selbstanzeige wird seitens der Staatsanwaltschaft als Bereitschaft zur Mitwirkung interpretiert. Es ist ein Zeichen, dass man sich den Folgen der Ermittlungen nicht entziehen will. Dies kann im Einzelfall die Fluchtgefahr beseitigen jedoch bei weitem nicht in allen Fällen. Die Vollstreckung der Untersuchungshaft lässt sich in geeigneten Fällen durchaus durch eine Selbstanzeige vermeiden.

Wie verhindere ich einen Haftbefehl nach Eröffnung der Ermittlungen?

Grundsätzlich gilt es, die hier erläuterten Haftgründe zu vermeiden. Weder bei der Staatanwaltschaft, noch bei der Polizei sollte der Argwohn möglicher Haftgründe geweckt werden. Weiterhin gilt zu beachten, dass einer der wichtigsten Aufgaben der Strafverfolgungsbehörden die Verfahrenssicherung darstellt. Deshalb ist es entscheidend, nicht den „Kopf in den Sand“ zu stecken, sondern umgehend nach Kenntnis von einem Strafverfahren einen Fachanwalt für Strafrecht als Strafverteidiger aufzusuchen. Ein guter Strafverteidiger prüft stets, ob ein Haftgrund besteht, ein Haftbefehl droht und mit welcher Strategie man eine Inhaftierung verhindern kann.

Wie vermeidet ein Strafverteidiger die Haftgründe Fluchtgefahr und Verdunkelungsgefahr?

Zur Vermeidung der Haftgründe sind ein paar Punkte nennenswert. Beispielsweise wird immer von einer Kontaktaufnahme mit Zeugen oder mutmaßlichen Opfern abzuraten sein. Ein solches Verhalten wird unabhängig von tatsächlichen Hintergedanken als Verdunklungsversuch gedeutet werden. Es droht dann der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr. Deshalb ist es wichtig, dass z.B. Gespräche mit Mitbeschuldigten und Zeugen ausschließlich über einen Rechtsanwalt erfolgen.

Des Weiteren sollte man, sobald ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wurde, seine eigene Erreichbarkeit und Auffindbarkeit für Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht sicherstellen. Andernfalls könnten die Ermittlungsbehörden schlimmstenfalls von einem Fluchtversuch oder einer Fluchtgefahr ausgehen. Auslandsaufenthalte oder lange Aufenthalte außerhalb des eigenen Wohnsitzes sollten jedenfalls dann unterlassen werden, wenn ein Haftbefehl droht.

Insgesamt sind alle unüberlegten Aussagen und Meinungsäußerungen ohne Beratung durch einen erfahrenen Rechtsanwalt bzw. Strafverteidiger ungünstig. Diese können (und werden) im weiteren Verfahrensverlauf gegen Sie verwendet werden.

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